Ja, wie war das? Gute Frage! Papa wollte, als ich 12 Jahre alt war unbedingt ein Graffiti im Eingangsbereich von unserem Haus haben und vergab den Auftrag an Edward Grabbe. An einem schönen Sommertag im Jahr 1998 war es dann schließlich so weit und der „Sprayer“ kam zu uns nach Hause und malte das Bild. Der kleine Rudi saß stundenlang neben ihm und saugte die ganzen neuen Eindrücke in sich auf. Das war mein erster Kontakt mit Graffiti.

2001 sah ich zum ersten Mal in München eine vollbemalte S-Bahn und der Entschluss stand fest: „Ich kann das auch!“ Gesagt getan, Dosen im Baumarkt geholt und losgelegt. Schnell war klar, hey, das ist gar ned so einfach! Warum sieht das bei mir nicht so gut aus, wie bei den anderen? Als Schüler von ASTMA ONE entwickelte sich damals noch SINK86 stetig weiter. Kontakte zu anderen Sprühern blieben jedoch aus, da es keine gab und ohne Führerschein sitzt man einfach fest aufm Land. Dies sollte sich jedoch bald ändern.

Nach dem Abitur 2007 zog der kreative MÖRE186 in die Landeshauptstadt von Bayern, nach München. Nach kurzer Zeit knüpfte er Kontakte zur Szene und entwickelte sich schnell weiter. Das Schöne am Graffiti ist, dass es keine Regeln gibt, also man ist nicht eingeschränkt wie man etwas umsetzt. Es gibt unendlich viele Techniken, Styles und Möglichkeiten zu arbeiten. Was mich an der Graffiti-Kultur fasziniert und auch vorantreibt ist das gemeinsame Arbeiten und das gemeinsame Verwirklichen von Projekten. Oftmals entwickeln sich Konzepte in vielen Köpfen und werden dann gemeinsam umgesetzt. Mit vielen Köpfen ist zwar das Chaos vorprogrammiert, aber das Chaos bringt auch eine Menge Spaß mit sich! Man muss sich Konzeptwände wie ein Puzzle vorstellen, wobei jedes Puzzleteil von einem anderen Menschen beeinflusst ist. All diese Einflüsse, Gespräche und unterschiedlichen Persönlichkeiten treiben einen selbst an immer besser zu werden, aber auch um sich weiter zu entwickeln.

Ich persönlich beschäftige mich gerne mit Graphik, was man auch in meinen Leinwänden sieht. Buchstaben und Farben bilden eine Einheit. An Figuren reizen mich Grimassen und nicht immer schöne Gesichtsausdrücke. Das finde ich viel interessanter als ein einfaches Lächeln. Ich bin selbst auch so ein kleiner „Psycho“ und Chaot. Meine Inspiration hole ich mir überall. Dabei ist es egal wo ich bin. Wenn ich eine Idee habe muss ich die einfach aufs Papier bringen. Ich vermische in meinen Bildern gerne unterschiedliche Materialien. Experimentieren schafft einfach neue Ideen. Zur Umsetzung meiner Figuren verwende ich Schablonen, welche auf Leinwänden oft bis zu 16 Lagen besitzen. Das Zusammenspiel von Wandfarbe und Sprühdose reizt mich zur Zeit ungemein.

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